Aus dem Einen - by itself

Von Herbst, Daniel

Noumenon Verlag, 2010. 192 S. 21,5 cm, broschiert

ISBN: 978-3-941973-04-6

17,90 €

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Manche suchen Dualität, andere Einheit. Beide wissen nichts von der Wahrheit, die zu allen Zeiten und überall gleich ist. Die Wahrheit wird weder von der Dualität noch von der Nichtdualität berührt. [Avadhuta Gita]Von selbst - by it self - sich selbst autorisierend. Das trifft es genau! Keine fremde Autorität. Selbstermächtigung! So arbeitet das Bewusstsein. Ein Kind krabbelt, ein Hund bellt, du denkst - by it self, von selbst. Dafür braucht es niemanden. Es passiert, um sich selbst zu erkennen.

Das Prinzip, das hinter dem Lebensprozess steht, braucht weder Gott noch Erkenntnis. Der Lebensprozess ist das Prinzip, das sich in jedem Fall durchsetzt. Es pulsiert und hebt das sichtbare Leben immer wieder vollkommen auf. Da ist nichts als Bewegung, ein ständiges Kommen und Gehen, ein Zu- und Abnehmen. Sobald wir das erkennen, fällt es uns im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr ein, uns etwas auf uns selbst einzubilden. - Auf wen denn? Wer bin ich eigentlich?
Ich bin. Ich habe keine Türen, um mich zu verschließen. Ich habe keine Möglichkeit, mich gegen das Leben aufzulehnen. Aber wenn jemand in mir Türen schließt, wenn sich jemand gegen das Leben auflehnt, ist es möglich, das mitzukriegen. Türen gehen auf und zu. Manches findet Einlass, anderes nicht. Ob Verstehen möglich ist, zeigt sich von selbst. Ich persönlich kann nichts verstehen. Ich bin das Gegenteil von Verstehen. Ich bin, was dem Verstehen im Weg steht. Bin ich das? - Bin ich wirklich derjenige, der glaubt, es besser als das Leben zu wissen? Bin ich derjenige, der etwas anderes will als das Leben? Und will das Leben überhaupt irgendetwas - will es etwas von mir? Oder ist das Leben auf beiden Seiten zu Hause, auf "seiner" und auf "meiner"?
Natürlich ist das so. Das Leben ist Huhn und Ei zugleich. Es ist alles, was ist. Wer das eine vom anderen trennt, denkt sich in eine Welt, die es so nicht gibt, die sich aber trotzdem auswirkt - auf das, was ich für mich halte. Auf mich, so wie ich mich kenne! Die Auswirkungen der trennenden Gedanken lassen in mir den Eindruck entstehen, ein vom Leben im Stich Gelassener zu sein, zumindest aber jemand, der sein Leben in die eigene Hand nehmen muss. Diese Täuschung ist unumgänglich, sie ist nicht zu vermeiden. Denn erst nachdem sich das unmittelbar lebendige Empfinden mental in "mein Leben" umgeformt hat, stoße ich auf Probleme und werde mir bewusst, dass ich überhaupt vorhanden bin. Das passiert ganz von allein. Ich entscheide nicht, jemand zu werden. In mir erscheint die Idee, dass ich jemand bin.



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