Reisen im Kongogebiet

Expeditionen im Auftrag der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland 1884-1886. Hrsg. u. eingel. v. Lars M. Hoffmann

Von Büttner, Richard

Edition Erdmann, 2008. 351 S., Buchleinen

ISBN: 978-3-86539-800-0

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Ein genauer Bericht der Verhältnisse und ein Blick auf die Königsreiche vor der großen Umwälzung.

Die Möglichkeiten für deutsche Reisegesellschaften, an den großen Entdeckungen dieser Zeit teilzuhaben, waren im 19. Jahrhundert eher eingeschränkt. Deshalb wurde im April 1873 die Deutsche Gesellschaft zur Erforschung Äquatorialafrikas gegründet, ein Verein, dessen Aktivitäten vor allem verschiedene deutsche Landesherren, reiche Kaufleute sowie die Hansestädte finanzierten. Daraus ergibt sich bereits eine der Erwartungen, die man an etwaige Entdeckungsreisen dieses Vereins knüpfte, nämlich zumindest zu einer Vergrößerung des deutschen Handelsnetzes beizutragen. Ganz offen wirtschaftliche und politische Absichten verfolgte die im Dezember 1876 in Berlin gegründete Deutsche Afrikanische Gesellschaft, die bereits im April 1878 mit dem zuerst genannten Verein zur Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland fusionierte. Deren Zweck war in erster Linie die wirtschaftliche Erschließung sowie die kulturelle Entwicklung des Schwarzen Kontinents. Daneben sollten allerdings auch die Möglichkeiten einer kolonialen Inbesitznahme untersucht werden.
In deren Auftrag also bereiste Richard Büttner mit einer Expedition in den Jahren 1884 bis 1886 den Kongo sowie das südliche Kongobecken, das heute zum Staat Angola gehört. Büttner stand der Gruppe dabei als ihr naturwissenschaftlicher Leiter vor. In seinen Aufzeichnungen, die erstmals 1890 im Druck erschienen, beschreibt er literarisch durchaus anspruchsvoll die große Vorfreude, mit der man sich dem eigentlichen Ziel der Reise näherte, aber auch die Enttäuschungen, mit denen man von allem Anfang anzukämpfen hatte. Dazu kamen die Schwierigkeiten, vor Ort geeignete Träger zu finden, unerwartete Krankheiten bis hin zum Tod einzelner Mitreisender oder die langwierigen Verhandlungen, die man mit den unterschiedlichen Stämmen zu führen hatte.

Der 1858 geborene Richard Büttner machte sich neben seinen umfangreichen Afrika-Forschungen auch durch die Gründung eines Afrika-Lehrstuhls an der Universität Berlin auf seine Initiative zurück auch als Zoologe und Botaniker einen großen Namen. Er war naturwissenschaftlicher Teilnehmer an der Expedition der Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland (1884-1886), die der Erforschung des südlichen Kongobeckens dienen sollte und in damals aus europäischer Sicht unerforschte Gebiete vordrang. Richard Büttner starb 1927.



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