Die Ordnung der Unterwelt, 2 Bde.

Zum Verhältnis von Autor, Text und Leser am Beispiel von Hans Henny Jahnns »Fluß ohne Ufer« und den Interpretationen seiner Deuter

Von Hucke, Nanna

MV-Wissenschaft, o.J., 1040 S., Kart.

ISBN: 978-3-86582-943-6

49,00 €

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Gegenstand der Untersuchung sind Hans Henny Jahnns Romantrilogie »Fluß ohne Ufer« und eine Reihe von Interpretationen. Nach Jahrzehnten wissenschaftlicherUntersuchung des nach wie vor umstrittenen Jahnn’schen Werkes wird erstmals das Verhältnis der Leser und Deuter zum Text ins Auge gefaßt. Es zeigt sich, wie verzerrend sich Projektionen von Lesern auf das öffentliche Bild eines Autors auswirken können. Sichtbar werden diese Projektionen auf dem Hintergrund einer umfassenden Untersuchung des Primärtextes und der Intentionen des Autors. Eine Fülle neuer Forschungsergebnisse wird präsentiert. Anhand eines zentralen Subtextes und zahlreicher intertextueller Bezüge wird der Nachweis geführt, daß Jahnn den Ich- Erzähler und Protagonisten Gustav Anias Horn als Sexualstraftäter nach dem Vorbild des berüchtigten Serienmörders Gilles de Rais konzipierte. »Fluß ohne Ufer« und das Gesamtwerk Jahnns erscheinen dadurch in gänzlich neuem Licht. Es erweist sich als fatal, daß zentrale Motive des Romans, die sich bei näherer Untersuchung auf einen kriminellen und unzuverlässigen Erzähler zurückführen lassen, bisher vorwiegend im Kontext der Biographie und mutmaßlicher psychischer Dispositionen des Autors Jahnn gedeutet wurden.

»Es gibt keinen Schutz gegen das Mißverständnis. Es gibt auch keinen Schutz gegen Verleumdung. Es gibt vor allem keinen Schutz dagegen, daß unser Bemühen, dennoch ein wenig lebenswertes Leben zu erringen, sichtbar wird. Unser Tun ist und bleibt sichtbar, und die Auslegung gehört den anderen«. Hans Henny Jahnn am 26. Februar 1948 an Werner Helwig



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